Mit Sicherheit gekennzeichnet
Mittwoch, Dezember 17th, 2008Medikamente, Unterhaltungselektronik, edle Textilien oder Spezialbauteile – Fälscher machen heutzutage vor fast keiner Branche mehr Halt. Die nachgemachten Produkte kosten nicht nur die Markenhersteller Millionen von Euros, sondern im schlimmsten Fall auch das Leben von Menschen.
Durch entsprechende Kennzeichnung können Produkte wirksam vor Produktpiraterie geschützt werden. Dafür stehen verschiedene Techniken zur Auswahl. Welche Technik im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vor allem von der Anwendung ab und inwieweit der Fälschungsschutz sichtbar sein darf.
Eine Lösung ist der Einsatz von RFID-Technik beispielsweise in Form von Smart Labels. So können variable Daten wie Barcodes und Informationen für den Kunden sichtbar auf das Etikett aufgedruckt werden. Zusätzlich werden diese Informationen individuell mit einem vertraulichen Algorithmus verschlüsselt und in den Chip des Tags geschrieben. Die im Smart Label gespeicherten Daten können später ohne direkten Sichtkontakt ausgelesen werden – selbst dann, wenn die Produkte sich in einer geschlossenen Verpackung befinden oder das Smart Label an einer versteckten Stelle in der Verpackung angebracht ist. Im Pharmabereich lässt sich so beispielsweise der Weg des Medikaments vom Hersteller bis in die Apotheke nachvollziehen.
Denkbar ist außerdem der Einsatz von RFID-Labels oder Dotcodes mit Seriennummern. Das Unternehmen weist dann jedem einzelnen Transponder auf den Produkten noch eine hauseigene Seriennummer zu. Im späteren Ablauf lässt sich dann immer anhand der Nummer des Transponders und der vom Unternehmen generierten Seriennummer feststellen, ob es sich um ein Originalbauteil handelt. Die Verifikation des Dateninhalts würde online über einen zentralen Datenspeicher stattfinden. Für noch mehr Sicherheit besteht hier auch noch die Möglichkeit, die Seriennummer zusätzlich zu verschlüsseln.
Eine alternative Methode zum Schutz vor Fälschungen ist das Beschriften mit Laser. Die Codierung ist dauerhaft abriebfest und damit fälschungssicher. Selbst harte Materialien wie Edelstahl lassen sich mit Laser beschriften, beispielsweise mit dem Faserlaser e-SolarMark. Deshalb wird dieses Verfahren auch häufig in der Automobilbranche genutzt. Die Lasertechnik hat den Vorteil, dass keine Verbrauchsmaterialien anfallen und sich die Wartungsarbeiten lediglich auf die Reinigung des Systems beschränken.
Schutz vor Manipulationen in jedweder Form können aber auch spezielle Sicherheitsetiketten bieten. Sie zerreißen beim Abziehen stückweise oder hinterlassen beim Entfernen durch den Bruch einer metallisierten Polyesterfolie eine lesbare Kennung auf dem Untergrund. Beispiele hierfür sind TÜV-Plaketten oder Polizeisiegel.
Eine weitere Kontroll-Möglichkeit, wenn es um Fälschungssicherheit geht, ist der Einsatz von so genannten Indikatorfarben. Diese verändern sich unwiederbringlich, wenn sich bestimmte produktrelevante Bedingungen wie zum Beispiel die Temperatur geändert haben.
Ebenso kann mittels UV-fluoreszierenden Farben, die nur mit einer UV-Lampe identifiziert werden können, ein Produkt als Original gekennzeichnet werden.
Sicherheit vor Produktpiraterie, Ticketfälschung oder Kreditkartenmanipulation können auch Hologramm-Etiketten bringen. Hier gibt es viele verschiedene Varianten, zum Beispiel mit maschinenlesbaren Merkmalen oder nicht manipulierbaren Lasergravuren. Es können aber auch spezielle Identifikationspartikel auf die Oberfläche oder in die Folie gedruckt werden, die eine einzigartige Codierung im Microbereich besitzen.