Archiv für Dezember 2008

2009: Aus EAN wird GTIN

Dienstag, 23. Dezember 2008

Ab 2009 wird der Begriff EAN durch den Begriff GTIN (Global Trade Item Number) abgelöst.

Die EAN (European Article Number) war ursprünglich als europaweit gültiges Nummern- und Codierverfahren eingeführt worden, wurde aber bald auch über die europäischen Grenzen hinaus in Asien, Australien, Afrika und Südamerika angewendet. Im nordamerikanischen Raum war der vergleichbare Code als UPC (Uniform Product Code) etabliert.

Mit dem Zusammenlegen der international tätigen Dachorganisation EAN und der nordamerikanischen UCC (Uniform Code Council) zur heutigen GS1 (Global Standards One) im Jahr 2005 wurde schließlich ein neuer Begriff eingeführt, der international einsetzbar und auf allen Märkten der Welt erkennbar ist: Die „Global Trade Item Number“, kurz GTIN. Durch die Einigung auf einen weltweiten Standard – die GTIN – werden bilaterale Abstimmungen vereinfacht.

Von der Namensänderung sind noch weitere Begriffe betroffen. So werden unter anderem die ILN (Internationale Lokationsnummer) künftig durch GLN (Global Location Number) und der EAN Data Matrix durch GS1 DataMatrix ersetzt.

Eine Gegenüberstellung der alten und neuen Begriffe findet sich bei Bluhm Systeme.

Identifikationstechnologien im Vergleich

Montag, 22. Dezember 2008

Strichcode? Punktcode? Oder gleich Funkcode …?“

Vor dieser Frage stehen auch Sie vielleicht, wenn Sie gerade einen Ablauf in Ihrem Unternehmen optimieren und dafür die richtige Auto-ID-Technologie finden müssen. Besonders das Thema RFID und die aufregenden Möglichkeiten, die in dieser Technik stecken, werden in den Medien und Fachkreisen seit einiger Zeit sehr intensiv diskutiert. Also werden Sie auch diese neue Technik in Betracht ziehen wollen. Oder ist die Anwendung eines Strichcodes oder Punktcodes das Mittel Ihrer Wahl?

Dieser Artikel möchte einige grundlegende Informationen zum Thema „automatische Identifikation (Auto ID)“ geben und dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

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Mit Sicherheit gekennzeichnet

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Medikamente, Unterhaltungselektronik, edle Textilien oder Spezialbauteile – Fälscher machen heutzutage vor fast keiner Branche mehr Halt. Die nachgemachten Produkte kosten nicht nur die Markenhersteller Millionen von Euros, sondern im schlimmsten Fall auch das Leben von Menschen.

Durch entsprechende Kennzeichnung können Produkte wirksam vor Produktpiraterie geschützt werden. Dafür stehen verschiedene Techniken zur Auswahl. Welche Technik im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vor allem von der Anwendung ab und inwieweit der Fälschungsschutz sichtbar sein darf.

Eine Lösung ist der Einsatz von RFID-Technik beispielsweise in Form von Smart Labels. So können variable Daten wie Barcodes und Informationen für den Kunden sichtbar auf das Etikett aufgedruckt werden. Zusätzlich werden diese Informationen individuell mit einem vertraulichen Algorithmus verschlüsselt und in den Chip des Tags geschrieben. Die im Smart Label gespeicherten Daten können später ohne direkten Sichtkontakt ausgelesen werden – selbst dann, wenn die Produkte sich in einer geschlossenen Verpackung befinden oder das Smart Label an einer versteckten Stelle in der Verpackung angebracht ist. Im Pharmabereich lässt sich so beispielsweise der Weg des Medikaments vom Hersteller bis in die Apotheke nachvollziehen.

Denkbar ist außerdem der Einsatz von RFID-Labels oder Dotcodes mit Seriennummern. Das Unternehmen weist dann jedem einzelnen Transponder auf den Produkten noch eine hauseigene Seriennummer zu. Im späteren Ablauf lässt sich dann immer anhand der Nummer des Transponders und der vom Unternehmen generierten Seriennummer feststellen, ob es sich um ein Originalbauteil handelt. Die Verifikation des Dateninhalts würde online über einen zentralen Datenspeicher stattfinden. Für noch mehr Sicherheit besteht hier auch noch die Möglichkeit, die Seriennummer zusätzlich zu verschlüsseln.

Eine alternative Methode zum Schutz vor Fälschungen ist das Beschriften mit Laser. Die Codierung ist dauerhaft abriebfest und damit fälschungssicher. Selbst harte Materialien wie Edelstahl lassen sich mit Laser beschriften, beispielsweise mit dem Faserlaser e-SolarMark. Deshalb wird dieses Verfahren auch häufig in der Automobilbranche genutzt. Die Lasertechnik hat den Vorteil, dass keine Verbrauchsmaterialien anfallen und sich die Wartungsarbeiten lediglich auf die Reinigung des Systems beschränken.

Schutz vor Manipulationen in jedweder Form können aber auch spezielle Sicherheitsetiketten bieten. Sie zerreißen beim Abziehen stückweise oder hinterlassen beim Entfernen durch den Bruch einer metallisierten Polyesterfolie eine lesbare Kennung auf dem Untergrund. Beispiele hierfür sind TÜV-Plaketten oder Polizeisiegel.

Eine weitere Kontroll-Möglichkeit, wenn es um Fälschungssicherheit geht, ist der Einsatz von so genannten Indikatorfarben. Diese verändern sich unwiederbringlich, wenn sich bestimmte produktrelevante Bedingungen wie zum Beispiel die Temperatur geändert haben.

Ebenso kann mittels UV-fluoreszierenden Farben, die nur mit einer UV-Lampe identifiziert werden können, ein Produkt als Original gekennzeichnet werden.

Sicherheit vor Produktpiraterie, Ticketfälschung oder Kreditkartenmanipulation können auch Hologramm-Etiketten bringen. Hier gibt es viele verschiedene Varianten, zum Beispiel mit maschinenlesbaren Merkmalen oder nicht manipulierbaren Lasergravuren. Es können aber auch spezielle Identifikationspartikel auf die Oberfläche oder in die Folie gedruckt werden, die eine einzigartige Codierung im Microbereich besitzen.

Kennzeichnung – die Summe aller Techniken

Montag, 15. Dezember 2008

Je nach Produkt, Produktionsanlage und Anforderung ergibt sich die passende Kennzeichnungstechnologie. Die Entscheidung für eine Technik ist neben der Berücksichtigung von Investitions- und laufenden Betriebskosten abhängig davon, welche Anforderung an die Produktbeschriftung gestellt wird und welche Materialien beschriftet werden sollen. Im Getränkebereich zeichnet sich ein Trend zu Continuous-Inkjet-Systemen und Lasercodierern in der Produktionslinie ab. Für die Verpackungs- und Kartonbeschriftung werden zunehmend thermische Inkjet-Codierer mit Hewlett Packard-Technik und natürlich Etikettiersysteme eingesetzt.

Die Codierungsarten RFID, Barcode, Datamatrix sowie der Klartext werden weiterhin parallel existieren – und das auch auf ein und derselben Verpackung.

Der Barcode als etablierte Technik wird ohnehin an vielen Stellen schon jetzt eingesetzt. Mit einem EAN-Datamatrix-Code ist es möglich, noch mehr Informationen auf noch kleinerem Raum zu verschlüsseln. RFID ist eine Erweiterung der bestehenden Auto-ID-Technologien, die ganz neue Anwendungen ermöglicht.

Alle Auto ID-Technologien haben also ihre Berechtigung.  Die Lösung wird dann zu einer „runden Sache“, wenn die Optimierungsmöglichkeiten unter Einbeziehung aller technischen Möglichkeiten überprüft werden und nicht zur „passenden Lösung“ das zugehörige „Problem“ gesucht wird.

Glasklar mit Laser

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Bei der Deutschen Bahn wurde festgestellt, dass in den Bahnhöfen die Anzeigetafeln teilweise durch zu starke Reflexionen schlecht zu lesen waren. Also wurden alle Scheiben gegen das Conturan-Glas von Schott in Grünenplan ausgetauscht.

Normalerweise wirft eine Glasscheibe 8% Licht zurück. Durch spezielle Beschichtungstechniken kann Schott die Reflexion auf unter 1 % reduzieren, sodass die Glasscheibe nahezu unsichtbar wird. Dieser sehr komplexe und aufwendige Beschichtungsvorgang bedarf genauester Kontrollen. Deshalb ist an den Transportwagen, an denen die bis zu 1.900 x 3.800 mm großen Scheiben aufgehängt sind, ein RFID-Transponder angebracht. Darin wird eine Scheibennummer abgespeichert sowie die technischen Daten aller durchlaufenden Stationen.

Sobald die Glasscheibe herannaht, überträgt der Transporter die individuellen Informationen an einen Laser, der die Scheibennummer sowie eine Fertigungsauftragsnummer auf die Glasscheibe aufbringt. Dadurch ist gewährleistet, dass von jeder Glasscheibe zu einem späteren Zeitpunkt exakt nachvollzogen werden kann, wann die Scheibe welchen Produktionsschritt mit welchen Parametern durchlaufen hat. Bei Schott setzt man für diese Zwecke auf den 30 Watt-Laser e-SolarMark.

Die e-SolarMark-Laser sind universell einsetzbar. Sie zeichnen sich durch einfaches Handling, extrem kompakte Bauweise und hohe Bedienungssicherheit aus. Wartungsarbeiten beschränken sich auf das Reinigen des Systems. Verbrauchsmaterialien wie Tinte oder Lösungsmittel werden nicht benötigt. Bei Schott werden die Scheiben per e-SolarMark im Durchlauf codiert. Pro Tag sind das bis zu 1.000 Glasscheiben. Eine Aufgabe, die der e-SolarMark von der Geschwindigkeit her problemlos
bewältigt. Denn er ist in der Lage, 1.000 Zeichen pro Sekunde bzw. bis zu 33.000 Produkte pro Stunde zu lasern.

In einem Markierfeld zwischen 50 x 50 mm bis hin zu 200 x 200 mm kann der e-SolarMark Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, Logos, Barcodes und einen zweidimensionalen Code schreiben. Je nach Version kann er mit Luft- oder Wasserkühlung betrieben werden. Die Laserröhre hat eine Lebenserwartung von 30.000 Stunden.

Früher haben wir die Scheibennummer mit einem Wachsstift auf die Scheibe aufgetragen. Nachdem die Scheibe alle Tauchbäder und Einbrennschritte durchlaufen hatte, war die Kennzeichnung jedoch nicht mehr zuverlässig lesbar. Seitdem wir den e-SolarMark-Laser im Einsatz haben, können wir sicherstellen, dass die Kennzeichnung ein ganzes „Scheibenleben lang“ sichtbar bleibt.

André Wiermann, Leiter der Beschichtungstechnik bei Schott Grünenplan